Tag Archives: Krawatte

Am Aschermittwoch ist alles vorbei…

22 Feb

Und nun ist sie schon wieder vorbei die jecke Zeit. Berichteten wir an Weiberfastnacht noch über den Zusammenhang von abgeschnittenen Krawatten und Machtbeschneidung, ziehen wir nun ein “karnevalistisches Krawattenfazit”. Über die jecken Tage viel uns nämlich auf, dass der Langbinder sehr wohl nicht nur den alten Weibern zum Opfer fiel sondern auch gerne als Verkleidungsutensil “missbraucht” wurde. Hier ein paar der originellsten Kostüme mit Krawatte.

Fast schon modisches Statement!

Fast schon ein modisches Statement

The Joker

Hier fehlt es etwas am Konzept

The one and only - Stromberg!

Der unkonventionelle Knoten

Hauptsache gestreift!'

Trophäensammlung

Der Wunsch nach Machtbeschneidung

16 Feb

Die Krawatte als Symbol der männlichen Macht – an Weiberfastnacht wird sie beschnitten. Welches weibliche Wesen ist noch nicht am Donnerstag vor Rosenmontag aufgeregt durch die Gegend gelaufen, um möglichst viele Krawatten-Stücke zu ergattern und den Mann mit einem traurigen Stummel zurückzulassen? Die wertvollsten Trophäen sind dabei immer die Exemplare von Lehrern, Vorgesetzten oder dem Angebeteten.

Doch entspringt dieser rheinische Brauch wirklich dem Kastrationswunsch der Frauen, wie oftmals angenommen wird? Laut Dr. Wolfgang Herborn vom Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande liegt der Ursprung viel mehr in dem Wunsch der Beschneidung der Macht der Vorgesetzten. So galt der Schlips immer als Statussymbol – ohne Krawatte war der Chef seinen Untergebenen gleich viel ähnlicher. Und wie sagen die Bläck Fööss so schön? Mir all, mir sin nur Minsche, vür’m Herjott simmer glich.

Doch einen Trost gibt es für die Männer – für jede abgeschnittene Krawatte gibt es ein Bützcher. Dafür verzichtet doch jeder gern auf seine männliche Macht.

 

Die andere K-Frage: Kompetenz und Knoten

02 Feb

Zeige mir was du trägst, und ich sage dir, wer du bist. Nun gut, zu heutigen Zeiten ist dies nicht mehr ganz so einfach wie zu Kaiserzeiten, in denen sich der gesellschaftliche Status durch die berufliche Uniform heben ließ. Trotzdem sind Uniformen heute mehr, als Kleiderzwang. Nicht nur helfen sie, sich in der eigenen Rolle besser zurecht finden, erfüllen sie praktische Zwecke im Arbeitsalltag und schützen die Tragenden, sondern sie dienen der Erkennung und Signalisierung der Verantwortung, und spiegeln sogar die Motivation und Identifikation der tragenden Person mit der eigenen Verantwortung.

Eine Zugfahrt durch Deutschland, der Zugbegleiter betritt das entspannt unterbesetze Großraumabteil und meldet sich freundlich an “Zugestiegene Fahrkarten bitte”. An der Stimme höre ich, dass er noch jünger zu sein scheint. Als er dann an meinen Platz kommt, erscheint er mir positiv motiviert und freundlich, jedoch fällt mir sein zu locker gebundener Krawattenknoten und der geöffnete oberste Knopf auf. Schade, denke ich, die Uniformen der Bahn sind doch recht modisch: dezent-elegantes dunkelblauer Dreiteiler und hellblaues Hemd, dazu die rote Krawatte. Mützen bleiben den meisten im Zug erspart (das gehört sich “drinnen” ja auch so). Zurück zum jungen ‘Schaffner’. Erst nachdem mir der ungebundene Knoten auffiel, wandert mein Blick, der nun schärfer prüfender Blick auf sein Namensschild. Es weist ihn als Auszubildenden aus. “Nun gut, das lernt er bestimmt noch, denke ich mir und frage ihn, ob er privat lieber Krawatte trage. Nicht so sehr, antwortet er. Aber die Antwort hatte ich bereits erwartet. 

Wäre sein Knoten also richtig gebunden, hätte ich seine Kompetenz wohlmöglich nicht in Frage gestellt. Meine Fahrkarte habe ich ihm natürlich trotzdem gezeigt.

 

Der Sartorialist Scott Schumann zeigt hier das Beispiel eines Herren, der seine Berufsgarderobe vorbildlich, sogar inspirierend trägt.

 

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